Le Millipede – Radical Hope (LP)

Wann, wie, wo und weshalb DIESE Musik hören?
Journalistenfragen, typisch. Mathias Götz weiß es augenblicklich auch nicht: Instrumentenmacher, Posaunist, Komponist, Ornithologe, Gemeinwohlökonom, Mahner…ach was ! : MILLIPEDE : Tausendfüßler; der Titel zweier vergangenen DIY Veröffentlichungen, die bei Alien Transistor erschienen. Gleichzeitg immer Diskokugel Hochzeitskapellist (preisgekrönt für die Arbeit an der WACKERSDORF Doku ( 2018, Regie Oliver Haffner).
Weil aber auch ein Millipede das Rad nicht neu erfinden kann, sampelt Mathias Götz, re- cycelt, up- cycelt, gräbt den Acker um und um und um:
„SCHWERTER zu PFLUGSCHAREN!“
Mathias Götz ist ein stiller, friedfertiger, wissbegieriger, bisweilen verträumter Zeitgenosse, der Anknüpfungen sucht, Rück – Bindungen: re- ligio und das mithilfe der Technik in den „modern times“: Mathias Götz macht irgendwie: Industrial, Techno….Jazz… und seine Hoffnung ist, dass sich alles …irgendwie fügt zu einem sinnhaften Ganzen, dass alles wieder heil, heilig werden kann, ganz… Diese Musik ist in einem ganz elementaren Sinne: spirituell grundiert. Daher auch der Titel: „Radical Hope“: der erste Wurf, die erste Veröffentlichung des Labels „Radical Hope Records“. Mathias Götz ist nicht nur Posaunist, nicht nur Up -cycler, nicht nur MILLIPEDE, sondern auch Philosoph: fragt nach, schlägt nach, liest nach bei Riesen, auf deren Schultern er überhaupt erst das hier entfalten kann: Ernst Friedrich Schumacher, Ernst Basler, James Lovelock… Namen, über die stolpert, wer tiefer gräbt, umgräbt, diggin‘ deep….
Als Ornithologe entdeckt Götz die „Ehrfurcht vor dem Leben, inmitten eines Lebens, das nur „leben“ will“( so hat es Albert Schweitzer gesagt).
Gemeinwohlökonomie, auch das gehört zu dieser „Radical Hope“. Einer wie Lovelock erinnert uns daran, dass GAIA , der Planet, auf dem wir leben, ein lebendiges Wesen ist, das wir eins ums andere Mal mit Füßen treten, ausbeuten, misshandeln. Diese Musik, technoid wie sie hier auf uns zu kommt, ist „Naturschutzmusik“: auch das gehört zur „Radical Hope“. Keine lang ausschweifenden Improvisationen, keine tranceähnlichen Versenkungen, für „love parades“ nicht so recht geeignet; vielmehr kurze Statements, Anregungen, Impulse…“mind games“. Ganz so, wie auch Shabaka Hutchings und Sons of Kemet unlängst Furore gemacht haben mit „your Queen is a Reptile“. Auch hier erinnern uns die einzelnen Stücke an Personen und ihren Beitrag zu einer Welt, wie wir sie erträumen, erkämpfen wollen, ersinnen. Wohlan – here comes „RADICAL HOPE“. There’s more to come…. 

credits

releases April 22, 2026

Music – Mathias Götz
Artwork – Elisabeth Forster
Radical Hope Records


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Radical Hope von Le Millipede

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